Das war sie: Die Nachwuchstagung Berlin 2009

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Foto: Christian Schreiber

33 Teilnehmer, 8 Referenten, 5 Mentoren, 3 Sofa-Talks, 2 Abend-Buffets, 1 Highlight: So knapp ließe sich das vergangene Wochenende (24.-26. April 2009) zusammenfassen, was die Christliche Medienakademie anbelangt. Oder, um es mit den Worten eines Teilnehmers auszudrücken: “Es hat mir persönlich sehr viel gebracht und hat mich auch geistlich weitergebracht und mich ermutigt, weiterzumachen.”

Schon der Freitagabend hatte es in sich. Zuerst lenkte Karsten Huhn den Blick auf Fragen der Ethik, mit denen jede(r) Journalist(in) früher oder später zu tun hat: Darf ich Live-Bilder vom Schauplatz des Amoklaufs in Winnenden senden – oder sollte ich lieber einen schwarzen Bildschirm zeigen? “Journalismus ist Grenzüberschreitung”, behauptete der idea-Reporter, “sonst sind wir keine Journalisten.” Dass aber der Ausgleich von Neugier und Sensationslust einen ständigen Balanceakt erfordert, steht für den Absolventen der Henri-Nannen-Schule genauso fest.

“Anerkennung, Angst und Nutzen” – diese Trias spricht die Leser an, legte Dr. Ralf Lengen in seinem Referat dar. Als Gründer einer erfolgreichen Kommunikations-Agentur in Berlin weiß er, wovon er spricht: “Was uns schmeichelt, wovor wir uns fürchten, und was uns etwas bringt – das lesen wir gerne.” Überraschend war für die 33 Nachwuchsjournalisten aber sicherlich seine Schlussfolgerung: “Wir müssen daher den Menschen erklären, welch großen Nutzen ihnen der Glaube an Jesus Christus bringt.”

Genauso “erste Sahne” wie die beiden Start-Vorträge der Tagung – denen weitere herausragende Impulsreferate folgten – war auch der Tagungsort. Erstmals fand die Begegnung Haus des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) in Berlin-City nahe dem Potsdamer Platz statt. Der Konferenzraum im 5. Obergeschoss gewährte einen weiten Blick auf die Berliner Mitte, sodass die Gedanken buchstäblich fliegen konnten. Und auch die Verpflegung war vom Feinsten, vom gehobenen Mittagessen über Kaffee und Kuchen bis hin zum ideenreichen Abendbuffet. Die Teilnehmer fühlten sich ganz offensichtlich sehr wohl.

Der Samstag begann mit einem Blick in den Alltag eines Video-Journalisten. Carsten Behrendt ließ sich dabei über die Schulter schauen, wie er als VJ des ZDF-Landesstudios Berlin binnen weniger Stunden einen Fernseh-Beitrag fertigstellt: drehen, gleichzeitig den Ton kontrollieren, sich die nächste Frage überlegen und darauf achten, nicht allzu sehr zu wackeln… Sichtlich beeindruckt folgten die Teilnehmer seinen Ausführungen, aus denen schnell klar wurde: Wer das VJ-Handwerk beherrscht, verbessert seine Berufschancen deutlich.

Um die berufliche Zukunft ging es auch im nächsten Beitrag. Rolf Westermann verantwortet bei dpa das Landesbüro Ost und berichtete aus seinen täglichen Erfahrungen mit Stichworten wie “online first”, “Kannibalisierung” und “Medienkrise”. Eindrücklich warnte er davor, die krisenhafte Entwicklung zu unterschätzen: “Die Printmedien verlieren dramatisch an Auflage, finanzieren aber weiterhin das Online-Angebot der Verlage.” Angesichts des enormen Drucks, immer schneller auf dem Markt zu sein, leide die journalistische Qualität spürbar. Sein Fazit: “Lassen Sie sich nicht entmutigen – wir brauchen Sie!”

Was dann folgte, gibt es in keinem Lehrbuch und keiner Vorlesung: “Medien live”, simuliert in einem gemeinsamen Rollenspiel. Vier Stunden lang wurde getextet, diskutiert, analysiert, gemeldet und dementiert – ganz wie im richtigen Leben. Dr. Hartmut Spiesecke vom Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland sorgte mit seiner umsichtigen Vorbereitung des Planspiels für das Highlight der Tagung.

Von ihrem spannenden und mitunter auch spannungsreichen Berufsalltag berichtete am Abend Anna Ntemiris von der Oberhessischen Presse in Marburg: “Als Lokalredakteurin bin ich sehr nah dran an meinen Lesern und den Begebenheiten in meiner Umgebung.” Was ihr jedoch vielfach fehlt, ist die Zeit, um den Dingen “richtig auf den Grund zu gehen”. Tiefenrecherche und Zeitmangel, so erkannten die Zuhörer, sind ein weiteres Spannungsfeld, in dem sich Journalisten bewegen und bewähren müssen.

Zum Abschluss des Tages lenkte Christoph Zörb den Blick der Studenten und Jungredakteure auf die, wie er immer wieder mit einem Schmunzeln betonte, “dunkle Seite”. Der Pressesprecher des hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verdeutlichte damit, dass er “auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzt” und “nicht einfach so wieder in den Journalismus wechseln kann”. Diese Grundsatzentscheidung müsse daher jeder Journalist treffen, bevor er den Schritt in die Politik wagt.

Die Spannung war geradezu fühlbar, als am Sonntagmorgen idea-Chef Helmut Matthies an die Wende vor 20 Jahren erinnerte: “Die Bibel ist nicht nur wahrhaftig, sondern wahr. Wie sonst hätten wir verstehen können, dass ein Pfarrer seinen Sohn an die Stasi verraten und ihn damit ins Gefängnis gebracht hat? Jesus hat es uns doch gesagt!” Daher ist ihm als Journalist so wichtig, dass er sich auf die Bibel verlassen kann: “Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.” Nur in der Verbindung zum lebendigen Gott ist dieses Leben nicht nur erträglich, sondern lebenswert.

Trotz des umfangreichen Programms kam der persönliche Austausch nicht zu kurz: Sämtliche Referenten, die Mentoren Christina Bachmann von dpa RUFA sowie Thomas Sigmund vom Handelsblatt und auch die Veranstalter Wolfgang Baake, Egmond Prill und Christian Schreiber standen für alle Fragen der jungen Talente zur Verfügung. Und wenn der Eindruck nicht täuscht, dann trat jede(r) Nachwuchsjournalist(in) den Heimweg mit vielen neuen Kontakten, Erkenntnissen und Eindrücken an.

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Datum: Dienstag, 28. April 2009 23:18
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Ein Kommentar

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    [...] dies hat Rolf Westermann auf der diesjährigen Berliner Nachwuchstagung gesagt – schon vergessen anlässlich der, wie wollten wir sie nennen? Ach ja: “Chance der [...]

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