Evangelist und Journalist

Wer war der erste Journalist? – Ein Evangelist!

Medien dominieren die öffentliche Meinung, indem sie Themen setzen. Das meiste, was die Menschen wissen und worüber sie miteinander diskutieren, wissen sie aus Zeitung, Zeitschrift, Fernsehen, Radio und Internet. Der Anspruch an einen Journalisten ist es, über Themen, die für die öffentliche Meinung relevant sind, zu berichten. Journalismus hat als vierte Gewalt, die Themen mitbestimmt und die anderen drei Gewalten kontrolliert, eine hohe Verantwortung – damit aus der öffentlichen Diskussion keine Märchenstunde wird, muss er wahrheits-, d.h. faktentreu, berichten. Auch innerhalb der Bibel gab es schon Journalisten, damit konfrontierte uns Helmut Matthies, der Leiter von idea, auf der diesjährigen Nachwuchsjournalistentagung.

In seinem Vortrag „Bibel und Medien“ erzählte Helmut Matthies vom Evangelisten Lukas, der „als Einzelner die tollsten Reportagen über das Leben Jesu, die tollsten Berichte und Reportagen über die Zeit danach“ geschrieben hat. Den Evangelisten ging es darum, das Wort Gottes wahrheitsgetreu niederzuschreiben. Ihre und die aller Schreiber zugestandene Aufgabe belief sich darin, den Menschen zu ihrer Zeit und der Nachwelt mitzuteilen, was Gott ihnen mitgeteilt hatte. Matthies beschreibt aber den Evangelisten Lukas als leuchtendes Beispiel dafür, wie schon die Schreiber der Bibel eine journalistische Funktion erfüllten: „Weil er gleich zu Beginn seines ersten Buches – er hat ja das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte geschrieben -, deutlich macht, wie er verfährt: seine Rede, seine Rezepte und sein Handwerkszeug: all das ist ganz eindeutig journalistisches Handwerkszeug“, sagte Matthies und verwies auf die ersten vier Verse des Lukas-Evangeliums: „So habe auch ich mich dazu entschlossen, all diesen Überlieferungen bis hin zu den ersten Anfängen sorgfältig nachzugehen und sie für dich, verehrter Theophilus, in der rechten Ordnung und Abfolge niederzuschreiben. Du sollst dadurch die Zuverlässigkeit der Lehre erkennen, in der Du unterwiesen wurdest.“ Diese Bibelstelle belege Matthies zu Folge, dass Evangelisten die wichtigsten Regeln des Journalismus erfüllten: die der Recherche und die, richtig zu schreiben.“

Eine interessante Sichtweise, die uns Helmut Matthies da eröffnet. Ist es nicht eine schöne Aufgabe für uns, unsere Gabe nach draußen tragen zu dürfen? Ja, aber genauso schwierig ist es oft. Oft wird behauptet,”Glaube sei nicht Wissen.” Überzeugt es “unsere Gegner” nicht,  dass Religion ständig wissenschaftlich erforscht wird und man schon genug Ereignisse nachgewiesen hat? Und die Gretchenfrage gleich hinterher: Was ist innerhalb der “weltlichen Dinge” Realität, was Inszenierung?

Jenny Warzecha

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Datum: Montag, 11. Mai 2009 20:25
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