Qualitätsjournalismus in Zeiten des Internet
“In der Grotte der Erinnerung” hat Prof. Miriam Meckel von der Uni St. Gallen ihren Beitrag in der gestrigen FAZ betitelt. Sie fordert darin: “Der Journalismus muss sein Überleben auch selbst in die Hand nehmen und für sich argumentieren.”
Andreas Göldi ruft auf netzwertig.com beim Nachdenken über Print vs. Online zu “etwas mehr Distanz” auf, während Stefan Niggemeier mitten hineinspringt in die Qualitätsdebatte und zu dem Schluss kommt: “Die Front verläuft zwischen gutem Journalismus und schlechtem Journalismus. Es ist wirklich so einfach.”
Wie und was denken Nachwuchsjournalisten darüber?

Mittwoch, 13. Mai 2009 15:54
Der Anfang von Miriam Meckels Text erinnert stark an Leibniz’ Monadentheorie: Leibniz’ Erkenntnismodell geht davon aus, dass wir gar keinen Bezug zu einer Realität außerhalb unseres Selbst haben (fals es sie gibt) und wir die Illusion von Handlung und Reaktion nur deshalb haben, weil wir alle Möglichkeiten schon in uns tragen, monadenhaft eben.
Danach steigt Meckel aber doch von dieser Vorstellung herab und präsentiert uns Journalisten als diejenigen, die uns – weil wir doch keine Monaden sind – mit Realität füttern. So sympathisch ich ihr Plädoyer für Qualitätsjournalismus auch finde, richtig überzeugend ist es nicht – angesichts der Anfangsutopie, die eher eine Katastrophe zusein scheint.
Und vor allem erscheint mir die journalistische Leistung denn doch pauschal zu strahlend dargestellt. Wer es vorher noch nicht wusste, dem zeigen zum Beispiel die Berichterstattung über Winnenden und über die Schweinepest, dass wir dem Journalismus hochwertige Recherche ebenso verdanken wie dummes Draufhalten und die blinde Vermittlung und Verstärkung von Vorurteilen.
Immerhin provoziert Meckel zum Nach-Denken, und das ist nicht das Schlechteste, was man über einen Beitrag sagen kann.
Dienstag, 26. Mai 2009 12:26
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