Medienkrise praktisch: Nordkurier
Stefan Niggemeier hat am letzten Samstag in der FAZ eine lange Reportage zum beklagenswerten journalistischen Zustand des “Nordkurier” verfasst. Bemerkenswert ist sie, weil sie mehrere Aspekte unterschiedlicher Ebenen veranschaulicht:
1. Mit fehlender journalistischer Präsenz fehlt der Region auch eine Teilbasis der Demokratie.
2. Der Trend zur organisatorischen Zentralisierung hat einen journalistischen und einen politischen Preis.
3. „Ich gönne jedem Redakteur ein Tarifgehalt. Aber mir soll mal jemand sagen, wie man in diesem Verbreitungsgebiet unter diesen Bedingungen gewinnbringend eine Zeitung machen soll. Dazu sagen die Gewerkschafter nur: Dann kann du eben keine machen.” (Michael Seidel, Chefredakteur des Nordkurier).
Die größte Stärke von Niggemeiers Reportage ist, dass sie keine vorschnellen Lösungen anbietet. Es hilft eben nur eigenes Nachdenken.
