Über die Zukunft des Journalismus
Konstantin Neven DuMont, Vorsitzender des Publizistischen Beirats der Berliner Zeitung, hat ein Plädoyer für den Qualitätsjournalismus formuliert. Der Ausbau investigativer Recherchen müsse oben auf der Agenda für den Journalismus der Zukunft stehen, forderte der Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg in einem Vortrag an der Universität Leipzig.
Journalisten müssten wieder stärker Missstände aufdecken und gesellschaftliche Debatten anstoßen, sagte Neven DuMont. Um die Entlohnung guten Personals zu sichern und sinkende Erlöse auszugleichen, setzt Neven DuMont auch auf Bezahlinhalte im Internet (Paid Content). Es gebe Gespräche mit anderen Verlagen über eine gemeinsame Registrierung. Diese solle es Nutzern ermöglichen, auf verschiedenen Plattformen Inhalte zu beziehen. Für exklusive oder investigative Beiträge könne man durchaus Geld verlangen, auch als lokales oder regionales Medium, sagte er.
“Ich habe die Hoffnung, dass das langfristig funktioniert. Man muss jetzt einfach mal damit anfangen.” Er glaube nicht, “dass es gut wäre, wenn wir nur noch ,Umsonst-Journalisten’ hätten, die von zu Hause aus arbeiten”. Zugleich warnte Neven DuMont davor, sich auf “Umsonst-Journalisten” oder Gratis-Websites zu verlassen und sich nur in Blogs zu informieren: “Es gibt gute Blogs, es gibt im Internet aber auch viele Halb- und Unwahrheiten.” Darauf könne seriöser Journalismus nur mit Qualität antworten.
Quelle: Berliner Zeitung (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0122/medien/0074/index.html)
