Wer kontrolliert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Diese Frage wurde – auch im Zusammenhang mit der Diskussion um Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender – oft gestellt. Angesichts der angeblich empörenden Einmischung von Hessens Ministerpräsident Roland Koch wurde von verschiedenen Seiten  – mit einigen guten Gründen – die Abschaffung oder zumindest die Zurückdrängung des politischen Einflusses in den öffentlich-rechtlichen Anstalten von ARD und ZDF vorgeschlagen. Dies tat auch die Linke Abgeordnete und beurlaubte ZDF-Redakteurin Tabea Rößner heute im Interview in der FAZ.

Als Gebührenzahler frage ich mich jedoch, wer sonst den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren soll. Dass die Verantwortlichen der Anstalten selbst möglichst wenig Kontrolle wollen, ist zwar erwartbar, aber nicht plausibel. Und wer anders als gewählte Volksvertreter sollte – bei allen auch berechtigten Einsprüchen – diese Kontrollfunktion übernehmen? Da klingt Rößners Aussage kühn, die Medien sollten die Politik kontrollieren und nicht umgekehrt. Über den Inhalt dieser Aussage wäre zunächst noch zu streiten; Beispiele für notwendige Kontrolle und Diskussion fallen jedem reichlich ein.

Die Frage, wer die Aufgaben- und Finanzkontrolle für rund 7,3 Milliarden Euro Rundfunkgebührenverwendung anstelle von “Staatsvertretern” übernehmen könne und solle, ist von den Kritikern des heutigen Systems jedenfalls nicht mal im Ansatz beantwortet worden. Ein unkontrollierter öffentlich-rechtlicher Rundfunk würde mich jedenfalls mehr schrecken als das heutige System.

Tags »

Autor:
Datum: Donnerstag, 4. Februar 2010 9:24
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare sind geschlossen,
aber Du kannst einen trackback auf Deiner Seite setzen.

Keine weiteren Kommentare möglich.

´